Messer

 

Handgeschmiedet?

Die Industrie hat die Messerschmiede so gut wie vollständig abgelöst. In großen asiatischen Fabriken können hohe Stückzahlen zu Preisen hergestellt werden, die es nicht mal rechtfertigen, ein stumpfes Messer nachschärfen zu lassen, da ein neues günstiger ist.
Natürlich kann die Massenproduktion nicht auf die Anforderungen des Einzelnen eingehen – deswegen werden universelle Stähle und Schliffe verwendet, die einerseits möglichst günstig herzustellen sind und andererseits groben Missbrauch einigermaßen wegstecken können.
Die Stähle sind außerdem mit viel Chrom legiert, wodurch sie zwar rostfrei werden, aber grobe Karbide bekommen und dadurch nicht mehr fein ausgeschliffen und geschärft werden können.
Hier in der Burgschmiede werden aus über 20 verschiedenen Stahlarten die passenden gewählt, Wärmebehandlung, Klingengeometrie, Schliff und Griffgestaltung werden an den Anwender und das Einsatzgebiet angepasst. Jeder einzelne Schritt wird handgemacht!
So entstehen individuelle Einzelstücke vom papierdünn ausgeschliffenen Kochmesser, das durch die Tomaten durchfällt, bis zum robusten Haumesser mit dem man Nägel durchschlagen kann.

Damaszener Stahl

Damaszener Stahl bezeichnet in erster Linie „gefalteten“ Stahl. Dazu werden zwei verschiedene Stähle durch Hitze und Hammerschläge verbunden, und so oft übereinander gefaltet bis der Schmied die gewünschte Lagenzahl hat. Durch tordieren, prägen und andere Techniken kann man dem Stahl verschiedene Muster geben.
Dass diese 2500 Jahre alte Technik wieder aufblüht hat natürlich auch die Industrie wahrgenommen und imitiert diese Technik. So kann man bei Diskountern sehr billige „Damaszenerstahl Messer“ kaufen, die zwar aus mehreren Lagen bestehen, welche aber nur auf normale industrielle Schneidenstähle aufgewalzt werden. Das schaut zwar nett aus, schneidet aber gleich wie jedes andere industriell hergestellte Messer und bringt kaum Vorteile.
Aber auch bei handgeschmiedetem Damaszenerstahl gibt es Unterschiede. Viele Schmiede nehmen eine Kombination aus einem Manganreichen und einem Nickelhaltigen Stahl. Diese lassen sich sehr leicht verbinden und geben einen schönen Kontrast in der fertigen Klinge.
Hier in der Burgschmiede fertigen wir auch Leistungsdamast, der wie Geometrie und Wärmebehandlung auf das Messer abgestimmt wird. Je nach Einsatzzweck verschmieden wir dafür auch Stähle mit sehr hohem Kohlenstoffgehalt und Wolfram oder anderen Legierungselementen, die zwar sehr schwer zu schmieden sind, sich in der Qualität vom „normalen“ Damast aber nocheinmal abheben!

Für die Küche

Küchenmesser aus der Burgschmiede werden aus härtesten Stählen geschmiedet. Die Klingen werden für geringes Gewicht und beste Schneidleistung sehr dünn ausgeschmiedet und Nagelgängig geschliffen. Allein dieser Vorgang kann mehrere Stunden dauern. Auf Steinen werden diese von Hand geschärft. Das Ergebnis sind erstklassige Profiwerkzeuge – wer einmal damit eine Tomate zerteilt hat, wird das nie mehr aus der Hand geben wollen!
Galerie Küchenmesser


Klappmesser

In erster Linie werden Linerlock-Klappmesser hergestellt. Vom Damaszenerstahl für die Klinge bis zur Achsschraube aus Titan wird dabei jedes Teil selbst angefertigt. Durch allseitige Bronzelagerung öffnen und schließen die Messer sehr leicht und ohne Spiel. Die Achse ist mechanisch gegen Verdrehen gesichert, außerdem sind die Messer komplett zerlegbar und nicht verklebt. Durch Verwendung von Titan bei Platinen, Achsen und Hülsen sind die Messer sehr leicht und tragen nicht auf.
Galerie Klappmesser


Outdoor – und Jagdmesser

Diese Messer werden robust gefertigt. In den Meisten Fällen wird die harte Schneide durch einen zähen Rücken oder zähe Seitenlagen geschützt. So schneiden die Messer einerseits sehr gut und lange, andererseits sind sie sehr stabil!
Galerie Outoor + Jagdmesser